Gute Vorsätze? Unbedingt!

Aktualisiert: Feb 7

Gute Vorsätze zum Jahresanfang? Macht man nicht mehr. Weshalb ich das Quatsch finde, gute Vorsätze und Jahresanfänge besser sind als ihr Ruf und wie man das Beste aus ihnen rausholt.


Gute Vorsätze sind out. Wer heute etwas auf sich hält, nimmt sich nichts mehr vor - jedenfalls nicht zum Jahresanfang. Denn statt "Und, was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen?" sagt man jetzt "Jeder Tag ist ein guter Tag, um zu beginnen!"


Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Aber es führt auch dazu, dass es statt einer klar gezogenen Startlinie plötzlich 365 Gelegenheiten gibt, um anzufangen. Und das bedeutet: Morgen ist auch noch ein guter Tag, um zu starten.

Deshalb ist es wichtig, dass wir uns einen Anker setzen. Ein festes Datum, an dem wir endlich beginnen, was wir doch eigentlich mal erreichen wollen. So markieren wir einen klaren Anfang, der sich in den Kalender eintragen - und auch prima im sozialen Umfeld kommunizieren lässt. Das erhöht noch mal den Druck, auch wirklich anzufangen.


Jahresanfänge, Montage und der jeweils Monatserste sind besonders geschickte Startblöcke. Sie geben eine gewisse Vorlaufzeit, um sich mental oder physisch (Einkäufe, Ausstattung) vorzubereiten und sind in unserem Kopf schon mit dem Schlagwort "Neubeginn" verknüpft. Das harmoniert mit unserer inneren Logik: Neue Woche, neuer Monat, neues Jahr - neues Ich.


Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind also keines wegs überholt, sondern nach wie vor ganz smart.


Aber weshalb scheitern gute Vorsätze dann immer?


Gute Vorsätze sind deshalb so unbeliebt, weil sie einfach oft scheitern. Die meisten von uns kennen es: Was hochmotiviert am 01. Januar startet, verläuft schon wenig später wieder im Sande. Aber weshalb ist das so? Spoiler: Die Vorsätze können nichts dafür. Der Jahresanfang auch nicht.


Das Problem: Die meisten guten Vorsätze sind

  • zu unkonkret

  • nicht überschaubar

  • zu langfristig geplant

Ein Vorhaben wie "Dieses Jahr mache ich jeden Tag Sport und esse gesund!" mit der vagen Vorstellung einer deutlich erschlankten Version seiner selbst im Hinterkopf, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.


Und das ist gar nicht gut. Denn ein Versagen bei etwas, das wir uns selbst vorgenommen haben, kostet uns viel mehr als nur ein unerreichtes Ziel. Es wirkt sich nämlich auf unser Selbstbild aus: Wer seine guten Vorsätze nicht in die Tat umsetzt, ist eine Enttäuschung für sich selbst. Das ist furchtbar traurig und furchtbar unnötig, denn mit einer solchen Zielformulierung legt man die Latte so hoch, dass nicht mal professionelle Stabhochspringer es hinüber schaffen.


Anstatt also wie ein Fitnessmodel am Strand zu flanieren, sieht man sich plötzlich mit der Hand in der Chipstüte auf dem Sofa liegen. Da kann man ein noch so positives Mindset haben, in solchen Momenten manifestieren sich so großartige Glaubenssätze wie "Du bist schwach.", "Du kannst einfach gar nichts durchziehen.", "Du bist ein faules Stück!"


Um das zu vermeiden, müssen wir uns eine realistische Chance geben, überhaupt Erfolg haben zu können - wir müssen faire Bedingungen schaffen. Besser ist deshalb eine Zielformulierung wie: "Ich möchte gern wieder in meine Lieblingshose passen. Dafür werde ich ab nächsten Montag konsequent drei Monate lang auf Zucker, Alkohol und verarbeitete Lebensmittel verzichten und jeden Tag 10.000 Schritte zu Fuß gehen."


Dieses Vorhaben hat

  • ein konkretes Ziel: Wieder in die Lieblingshose zu passen

  • klar formulierte, realistisch erfüllbare Bedingungen: kein Zucker, Alkohol und Junk Food, 10.000 Schritte Alltagsbewegung

  • einen festen, überschaubaren Zeitrahmen: Ein Startdatum und ein Zieldatum - es ist also endlich und erreichbar

Durch diesen klar abgesteckten "Projektrahmen" wird dein Vorhaben plötzlich realistisch machbar. Jetzt brauchst du nur noch ein bisschen Disziplin. Das schwammig formulierte Vorhaben, das wir als erstes Beispiel hatten, hättest du jedoch selbst mit Disziplin nicht umsetzen können. Und das ist der entscheidende Unterschied.


Jetzt weißt du, weshalb gute Vorsätze gerade zum Jahresanfang besser sind als ihr Ruf, wie du gute Vorsätze formulieren und umsetzen kannst - und dass du Neujahrsvorsätze auch noch im Februar oder Juli starten kannst. In diesem Sinne: Der nächste Montag kommt bestimmt. ;)

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